Innviertler Bratl in da Rein

Das vielleicht typischste aller innviertler Gerichte (neben Erdöpfikas) ist wahrscheinlich der Schweinsbraten – oder bei uns „Bratl in da Rein“ genannt. Manchmal mit, bei uns in der Gegend aber immer ohne „Stöcklkraut“ und am besten in einem Holzofen gemacht – genau so und kein bisschen anders schmeckt das Innviertel!

2,5 Kilo Surschopf, 1/2 Kilo Bauch, etwas Speck (alles vom Metzger des Vertrauens) Erdäpfel, 1-2 Kilo Radi, 1 Kopf Kraut, Knödelbrot (im Innviertel immer halb Weißbrot halb Schwarzbrot) , Eier, Milch, Zwiebel, und ein paar Kleinigkeiten, mehr braucht man nicht um die traditionellste aller innviertler Speisen zu kredenzen.

Zuerst muss mal der Herd – meinen liebe ich heiß und innig -angeheizt werden, ca. bereits 1 Stunde bevor man zu kochen beginnen möchte. Generell erfordert das Kochen mit einem Holzofen etwas Übung und viel Geduld, es geht alles immer etwas langsamer und man muss viel vorausschauender kochen als am Elektro oder Gasherd.

Das Fleisch wird in einer Pfanne rundherum angebraten und kommt dann in einen gefetteten Bräter – „d‘ Rein“ – und in den Ofen. Pro Kilo rechnet man ca. mit einer Stunde Garzeit, die Temperatur immer eher auf der niedrigeren Seite halten – mit ein bisschen Übung geht das auch mit einem Holzofen ganz gut 🙂

Der Bauch kommt zuerst mit der Schwarte nach unten hinein und wird nach der Hälfte der Zeit gewendet, das restliche Fleisch wird ca. alle halben Stunden mit kaltem Wasser übergossen. Das hat auch den schönen Effekt, dass es ziemlich bald im ganzen Haus nach der Köstlichkeit duftet.

Zwischenzeitlich den schwarzen Radi schälen (für 7 Personen brauche wir ca. 2 Kilo Radi!) und mit der Küchenmaschine klein hacheln – wer besonders motiviert ist oder ein Kucherl (=Küchenhelfer/in) hat macht’s mit der Hand. Gut einsalzen und kühl stellen – am Besten in die Speis. Später ausdrücken und mit Essig, Salz, Pfeffer abschmecken.

Pro Person noch 2 Semmelknödel herstellen, wenn’s mehr werden macht’s auch nix, dann wird entweder eingefroren, Knödel mit Ei draus gemacht oder sie kommen in die Lunchpakete (Beim Bratl muss immer was über bleiben) dazu.
(Semmelknödelkurzanleitung: Knödelbrot in Milch einweichen, Eier dazu, gedünstete Zwiebel und gedünstete Petersilie dazu, salzen, pfeffern, rasten lassen, Knödel formen, 20’ziehen lassen) Wer bereits eingefrorene Knödel verwendet (so wie ich dieses mal – deswegen gibt’s auch keine Fotos): frisch aus der Tiefkühltruhe nehmen und 40 Minuten ziehen lassen.

Das Kraut nudelig schneiden und in einem Topf mit Wasser, einen Schuss Essig, 3-4 Lorbeerblätter, Kümmel, Wacholderbeeren, Salz und Pfefferkörner zustellen. Das kann durchaus schon recht bald im Kochprozess sein, wie gesagt, es dauert alles länger am Holzherd. Der Speck, den jeder gute innviertler Haushalt immer daheim hat kann gleich würfelig geschnitten und ausgelassen werden, er kommt vor dem Anrichten zum Kraut dazu.

Nun wird es auch schon Zeit sich um die Erdäpfel und das „Öpfikoch“ zu kümmern.

Erdäpfel in rauen Mengen schälen und ungefähr in die Größe wie am Bild bringen und eine Stunde bevor das Fleisch fertig wird zum Fleisch geben, mit Kümmel bestreuen und ab und an wenden. Es können niemals zu viele Erdäpfel sein!

Für das Öpfikoch 1-2 Äpfel (je nach Beliebtheit in der Runde) mit Wasser und braunen Zucker weichdünsten – also quasi ein Apfelkompott herstellen.

Ja und das war’s jetzt eigentlich schon fast, wenn es dem Foto ähnelt, können sich schon mal alle zum Tisch „zuwi“ setzen und es kann servierte werden.

IMG_0531

Das ganze Gericht hat pro Person ca. 62.178 kcal, ist aber jede einzelne davon wert 😀

7 Kommentare zu „Innviertler Bratl in da Rein

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  1. Ohhhh, so lecker! So a Schweinsbraterl is scho was Feines! Muss ich auch mal wieder machen … Und ich beneide dich um deinen Herd, sowas wollte ich auch schon immer haben! Aber wenn alles gut geht, bekomme ich im Laufe dieses Jahres auch so einen Holzofen in meiner Küche! *freu*

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