Der Geschmack meiner Kindheit – Millirahmsuppn

Als Kind habe ich viel Zeit bei meiner Oma am Bauernhof verbracht, die natürlich auch Kühe im Stall hatte und die noch „manuell“ gemolken wurden. Das darf man sich jetzt nicht so vorstellen wie bei Heidi auf der Alm, mit Kübel und per Hand, die hatten auch damals schon eine Melkmaschine, diese musste allerdings von einer Kuh zur nächsten getragen werden – nicht so wie heute, wo die Kühe selbst zur Melkstation gehen. Die Milch wurde nach dem Melken über einen Filter in eine Millibitschn (Milchkanne) geleert. In diesem Filter setzte sich der Rahm der Milch ab und eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen ist, dass ich immer den Filter ausschlecken durfte. Den Geschmack von frischem kuhwarmen Rahm habe ich noch heute im Mund, wenn ich daran zurückdenke.

Oft gab es bei meiner Oma damals auch eine Millirahmsuppn – die bei allen Bauern oft auf den Tisch kam, aber heute fast aus der Küche verschwunden ist. Richtig Schad drum!

Vielleicht mag’s der eine oder die andere aber mal ausprobieren, denn sie geht schnell und vielleicht ist die Millirahmsuppn ja nicht nur mein Geschmack meiner Kindheit.

millirahmsuppe zutaten

Du brauchst dafür:

  • einen Topf mit Wasser
  • 1-2 EL Kümmel
  • 1 Becher Sauerrahm und/oder 1/2 Liter Saure Milch
  • 2 EL Mehl
  • Salz
  • Essig
  • alte Schwarzbrotscheiben oder alten Schwarzbrotwürfeln

Den Kümmel gibt man in den Topf mit Wasser und lässt beides aufkochen, den Sauerrahm bzw. die saure Milch verrührt man mit etwas kaltem Wasser und dem Mehl und gibt die Mischung zusammen in die Suppe. Man lässt nochmal aufkochen und würzt mit Salz und bei bedarf auch mit Essig. Das war’s auch schon. Gscheid einfach, oder?

Angerichtet wird die Suppe mit alten Schwarzbrotscheiben, die durchaus auch hart sein dürfen oder mit ebensolchen Schwarzbrotwürfeln.

millirahmsuppe brot im teller

Ich würd mich darüber freuen, wenn wieder mehr Leute Millirahmsuppn machen (und essen) würden, denn wenn wir diese alten Gerichte nicht mehr kochen, wird sie irgendwann keiner mehr kennen und dann wird der Geschmack einer Kindheit vielleicht irgendwann Pizza Provinciale von Dr.Oetker sein.

Und mal ehrlich, wer will den sowas?

An Guadn wünscht
d’mosauerin

millirahmsuppe2

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