Die Mosauerin und der öffentliche Verkehr…

Ich und der öffentliche Verkehr haben ein besonderes Verhältnis miteinander. Ich finde ihn schrecklich und er beweist mir laufend, dass ich damit Recht habe.

Der Mosauer und ich haben beschlossen: heuer fahren wir auf die Welser Messe. Und damit wir uns erstens die Parkplatzsuche ersparen und zweitens beide ein Bier trinken können, hatte ich die auf den ersten Blick wahrlich gloreiche Idee „hey, fahrma doch mit der ÖBB“, die haben da ja auch noch so ein Kombiticket und so lange fahrt ma da nicht und es geht eh jede Stunde ein Zug und überhaupst: des mochma!

Übers Internetz war das Ticket relativ schnell gebucht und bezahlt, die Preisgestaltung mir zwar unverständlich aber von mir aus – warum man für 2 Personen ein Gruppenticket bekommt, muss ich nicht verstehen – und dass man die ganzen Tickets (Hinreise Mosauerin, Hinreise Mosauer – ermäßigt, 2 Eintrittskarten, Rückreise Gruppe Mosauerin+Mosauer) am Bahnhof beim Automaten ausdrucken soll ist zwar umständlich, aber auch das akzeptiere ich als umweltbewusster Mensch mit Guster auf ein Bier und wenn es die ÖBB Ticket Seite so anschafft, dann tu ich das natürlich auch.

So begaben sich der Mosauer und ich, wohlweislich eine ausreichende Reservezeit einplanend, des Samstag morgens um 09:15 an unseren Heimatbahnhof, denn der Zug geht um 9:41, da sollte noch genug Zeit sein, die Tickets auszudrucken. Alleine am Bahnhof Obernberg-Altheim gibt es gar keinen Ticketautomaten!

Praktischerweise aber auch keinen Menschen, den man um Rat fragen kann, denn auch den freundlichen und hilfreichen Bahnhofsmenschen gibt’s natürlich schon lange nicht mehr. Für die geschätzt 10.000 Menschen im näheren Einzugsgebiet ist ein Hinweisschild angebracht, wie man kreativ zu einem Ticket kommen könnte, zum Beispiel über die App. Ich brauch aber gar kein Ticket, ich hab schon eines, will es mir ja nur mehr abholen. Es wäre halt auch schön gewesen, wenn mich die Website der ÖBB darauf hingewiesen hätte, dass an dem Einsteigebahnhof gar nix ist, womit ich die Tickets drucken kann…Dann hätt ich mir nämlich vorher was anderes überlegt. Klar, da gibt’s schon auch noch andere Möglichkeiten zu einem Ticket zu kommen, sagt ja auch das Schild – wozu hamma denn auch ein Handy. Tolle Idee, ÖBB! Wir sind hier aber in der innviertler Pampa, wo einem fröhlich das E wie „Edge“ Zeichen entgebenblinkt, während das Handy verzweifelt versucht die alternative Herunterladeseite zu öffen. Bis die ÖBB Seite das dann unterbindet und meint: „Ihr Browser wird nicht unterstzützt“. Das ist kein Scherz. Beginnt ihr zu ahnen, warum ich nicht so ein besonderer Freund des öffentlichen Verkehrs bin?

Der Mosauer, der praktischerweise viel erfahrener in Sachen ÖBB und daher wesentlich abgebrühter ist als ich, hatte dann aber doch die Lösung parat: „Dann drucken wir halt die Karten am Automaten im Zug“.

Ach so. Na dann.

Lächeln, mosauerin, lächeln!

Zu meiner Überraschung war der Zug pünktlich – sowas passiert mir sonst nie! (Einmal hatte sich sogar mal ein Zug verfahren und ist deswegen verspätet gewesen – kein Schmarrn!)- und wir sind eingestiegen. In dem hochmodernen Niederflur-Pemperlzug zwischen Simbach am Inn und Wels wartete auch tatächlich ein Automat auf uns und unseren Code, denn mittlerweile hatte der Mosauer es geschafft die Buchungsbestätigungsnummer in einen Abholcode umwandeln zu lassen. Wie er das geschafft hat – keinen Schimmer, er ist einfach ein Meister dieser neumodernen Technologie! Ich wähnte mich schon vorschriftsmäßig mit einem gültigen Fahrausweis im Zug nach Wels gondeln.Alles easy und gechilled. Welser Messer, here we come!

Alleine der Automat wollte nicht. Also wollen hätte er vielleicht schon, gekonnt hat er aber nicht. Er hatte nämlich keinen „Knopf“ zum Drücken. Also prinzipiell hatte er schon welche, aber keinen solchen mit dem man der ÖBB mitteilt, dass man jetzt gerne einen 12-stelligen Abholcode eintippen möchte und dafür gerne -bitte bitte- endlich seine bereits bezahlten Karten erhalten würde. Hatte er nicht. Wollte er nicht. Wollten dann halt auch wir nicht mehr.

Hingesetzt. Ohne Ticket. Nach Wels gefahren. Schwarz. Quasi.

mosauerin

PS: In Wels war dann zwar auch kein Automat, aber immerhin ein ÖBB Mitarbeiter und DER konnte es dann ausdrucken. Hättens nur mal einen solchen in Obernberg-Altheim gelassen…

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2 Kommentare zu „Die Mosauerin und der öffentliche Verkehr…

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