Da Mosauerin ihr Wirtshaustour – Die Mesnersölde in Utzenaich

Recht spontan war ich letztes Wochenende wieder auf Wirtshaustour im Innviertel, dieses Mal in der Mesnersölde in Utzenaich. In der bitte was? Ja, in der Mesnersölde. Sölde ist eine alte Bezeichnung für den Hof und Grund eines Kleinbauerns (eines s.g. Söldners), der von seinem Hof nicht leben konnte und daher auch noch einer anderen Tätigkeit nachging. In diesem Fall eben wohl der Mesnerei. Wieder was gelernt bei der Mosauerin, ha?

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Auf alle Fälle war das Essengehen recht spontan, aber immerhin haben wir trotzdem noch auf de gache für Sonntag 13:00 einen Tisch bekommen – das Wirtshaus war dennoch sehr gut besucht. Sowas spricht ja schon mal für den Koch, in dem Fall Robert Hatzmann.

Das Ambiente

Gleich beim Hereinkommen fühlt man sich spontan wohl im in warmen Farben gestalteten Eingangsbereich. Schön hergerichtet, mit vertäfelter Wand und rot/blauen Kontrasten, nicht zu sehr ausgeleuchtet und richtig gemütlich ist die Bürgerstube, der Wintergarten ist zwar auch schön, aber weniger heimelig.  Gut, die Gemälde an der Wand sind nicht gerade meins, aber so ein wenig Kontrast zwischen Altem und Neuen ist meist recht spannend und ich hab ja sowieso keine Ahnung von Kunst.

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Die Speiskartn

Die Karte ist geprägt von typischer Wirtshauskost – und zur Zeit gerade kombiniert mit einer beeindruckenden Auswahl an Wildgerichten zu fairen Preisen. Der Getränketeil ist ansehnlich und bietet eine für ein Innviertler Wirtshaus durchaus gefällige Auswahl an guten Weinen. An Bier gibt es Rieder Bier, und da neben den Standardsorten auch alkoholfreies Weizenbier sowie gutes normales alkoholfreies Bier.

Was wir probiert haben

Zu essen hatten wir dieses Mal zwar keine Vorspeisen (ob’s in einem Innviertler Wirtshaus unbedingt Riesengarnelen sein müssen, weiß ich auch nicht so recht) aber wir haben uns fröhlich durch die Wildkarte getestet.

Papa Mosauerin hatte Hasenjunges (keine Sorge, das sind keine süßen Hasenbabies sondern Vorderläufe, Brust, Kopf, Herz, Magen, Leber und Lunge vom ausgewachsenen süßen Hasen) mit Knödel. Mama Mosauerin hat sich für Rehnüsschen vom Grill in Eierschwammerlsauce mit Kroketten, Brokkoli und Maronipüree entschieden und ich hatte rosa Rehrücken auf Heidelbeersauce (Yummi!!!) mit Rahmerdäpfel und Speckbohnen (wobei es bei uns eigentlich Speckfisolen heißen sollte, oder?). Alles war so richtig gut, aber meines hat mir doch am Besten geschmeckt :)- so zart, so rosa war der Rehrücken und die Heidelbeersauce passt hervorragend dazu. Wäre ich nicht so satt gewesen und hätte nicht schon vorab ein Auge auf die Nachspeisen geworfen, ich hätte glatt noch eine Portion essen wollen.

Die Nachspeisen waren durch die Bank ganz ansprechend, aber ich hab mich für Pofesen (kenn ich) auf Tonkabohnenvanillesauce (interessiert mich) und Marilleneis entschieden und der Mosauerin ihre Erzeuger verspeisten überraschend einig Vanilleeispalatschinken und waren hingerissen. Ich hab da ja ein Trauma, aber das wisst ihr ja schon…

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Das Fazit

Die Mesnersölde ist auf jeden Fall einen Umweg nach Utzenaich wert und ist vollkommen zurecht so gut besucht – also bitte unbedingt reservieren! Witzig finde ich das gratis Leberkäs’essen zum Frühschoppen am Sonntag, solange der Vorrat reicht. Die (Wild)Hauptspeisenküche ist auf richtig gutem Niveau und die Preise sind wirklich fair für das, was hier geboten wird. Die Nachspeisen sind solide aber nach dem formidablen Wild ein klein wenig zu sehr Standard, da ginge noch was. Die Bedienung war freundlich, hat aber in der Hitze des Gefechts zweimal eine Getränkenachbestellung vergessen – aber der Gast hat ja auch einen Mund und kann nachfragen. Es soll also nix Schlimmeres passieren, dass d’Leit miteinander redn.

alles Liebe
mosauerin

P.S. (und nochmal zur Info): Auch in der Mesnersölde haben wir alles selbst bezahlt (ok, dieses Mal hat Papili Mosauerin eingeladen, aber wir mussten uns dafür jede Menge Witze anhören, haben also gut gebüßt!)

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3 Kommentare zu „Da Mosauerin ihr Wirtshaustour – Die Mesnersölde in Utzenaich

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  1. Das sieht wirklich sehr lecker aus – da läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Auch das Ambiente der Mesnersölde finde ich überaus ansprechend. Ich bin sehr neugierig geworden und werde demnächst dem Wirtshaus einen Besuch abstatten müssen (jetzt hast du mich angesteckt) :). Die Gaststätte würde ich auch gern auf http://www.natuerlichkochen.de/ vorstellen.

    Sollten wir vor dem Besuch reservieren oder kann man auch ohne Anmeldung einen guten Platz bekommen?

    LG
    Janine

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