Hofbesuch: Beim Hofbauer z’Gimpling

Ich hatte die große Freude und Ehre dem Hofbauern z’Gimpling einen Hofbesuch abstatten zu dürfen um mir den Betrieb anzuschauen. Noch dazu darf ich darüber auch einen Erlebnisaufsatz schreiben und das ist ja wirklich nicht selbstverständlich, nicht jeder mag heutzutage ins Internet – DANKESCHÖN liebe Christa und lieber Georg samt Anhang!

Beim Hofbauer haben’s ja mit Abstand die flauschigsten Muzis, die ich jemals gesehen hab und ich hab schon sehr viele Muzis gesehen. Nicht mal die unsrigen sind so fluffig wie diese wohlgenährten Wollknäuel. Wir müssen unbedingt beste Freunde werden!

Beim Hofbauer werden Stiere großgezogen. Ich mochte Rindviecher schon immer, ich finde sie ausnehmend attraktiv und wenn Ihr diese Fotos seht, werdet ihr das wahrscheinlich nachempfinden können. Jeder der Fleisch isst, muss aber auch damit leben können, dass diese wunderbaren Tiere irgendwann geschlachtet werden (so wie auch jeder der Milch in den Kaffee kippt damit einverstanden ist, das Kälber nur deswegen existieren, damit wir Milch haben). Bis es aber soweit ist, sollen die Viecher meiner Meinung nach aber ein gutes Leben haben.

Die Haltung der Stiere erfolgt in Laufställen, die in drei Bereiche eingeteilt sind. Hier mal der Bereich für die ganz frisch angekommenen, 6 Wochen alten Stiere, samt ein paar Einzelportraits. Den Stieren werden die Hörner unter Narkose entfernt – das ist auch nicht so selbstverständlich. Sie bekommen zur festen Nahrung noch Milch dazu und die Menge wird über ihren Transponder am Halsband gesteuert. Hoch modern, diese Burschen:

Ein wenig älter als die Buben im ersten Stall sind die halbwüchsigen Zwölfwöchigen im zweiten Stall, ich glaube, die nennt man Fresser. Diese kriegen zwar keine Milch mehr zum „Trockenfutter“ dazu, sind aber auch schon recht aufgeweckte Kerle. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit wird in diesen ersten beiden Ställen permanent überwacht, damit es immer gut passt für die jungen Stiere und das Wasser wie auch die Luft wird vorgewärmt in den Stall befördert. Sogar eine Alarmanlage haben die Burschen, damit ihnen nix passiert.

Nach dem zweiten Stall kommt, wer hätte das jetzt gedacht, der dritte Stall. Und der ist auch der größte – für die richtigen Männer eben. Hier sind die Stiere in kleineren Gruppen von ca. 8 Tieren in einem Abteil untergebracht, das automatisiert eingestreut und gereinigt wird.

Die Fütterung erfolgt automatisch mittels eines Roboters, der selbstständig auf einem Über-Kopf Schienensystem seine Runden dreht und nach den Bedürfnissen der Stiere Futter verteilt. Der Robotermotor wird mittels hofeigener Photovoltaik betrieben und zieht seine Runden durch alle 3 Ställe, während er pro Tag 2,4 Tonnen Futter verteilt. Recht beeindruckend ist es beim Hofbauer, gell?

Neben Muzis und Stiere gibt’s auf dem Hof aber noch Fische (wenn der Fischotter nicht zuschlägt) und nebst der wunderbaren Muzis auch noch einen wunderbaren Hofhund, der am allerliebsten High Five macht. Mit seinem Frauerl natürlich.

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Ich stell mir ja immer wieder die Frage, wie ich denn das so halte mit dem Fleischessen…

Ich hätte halt gerne, dass die Tiere, die dafür sterben, damit ich ein saftiges Bratl oder einen feinen Tafelspitz oder auch nur eine Scheibe Wurscht am Teller hab so gehalten werden, dass sie während ihres Lebens nicht leiden müssen – etwas, das ich übrigens auch für ihre Schlachtung fordere. Und Leute, das geht einfach nicht um den Preis, den wir beim Billa oder beim Hofer oder beim Spar (oder bei jedem anderen Supermarkt, den ich kenne) für Fleisch und Wurscht zahlen. Und auch beim Brathendl um 1.99€ kann ja was nicht stimmen, oder?

Ich hab jetzt da auch keine Lösung für uns Fleischesser, die sich in 3 Sekunden umsetzen lässt. Regional gehört zumindest eingekauft, und am Besten auch noch Bio, und am allerbesten wär es, wenn die Tiere dort geschlachtet werden würden, wo sie leben. Ich denk mir halt, redest mit Eurem Fleischhauer (nein, auch Biofleisch aus dem Supermarkt ist KEINE Lösung!) denn wenn ihr wollt, dass die Tiere unter guten Bedingungen leben können, müssen eben Bauern und Metzger auch einen fairen Preis für das Tier bekommen von dem sie leben UND die Viecher artgerecht halten können. Dann isst man halt nicht mehr so viel Fleisch, sondern weniger, weil’s teurer ist, dafür aber besser.

Geiz ist eben nicht geil meint die
Mosauerin

PS: und bevor mir da jetzt jemand kommt mit „dann iss halt kein Fleisch mehr“ – i bin ausm Innviertel. Wenn ich kein Fleisch mehr esse, sterbe ich umgehend an zu niedrigem Cholesterinspiegel.

 

 

 

 

3 Kommentare zu „Hofbesuch: Beim Hofbauer z’Gimpling

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  1. Da sprichst du mir sehr aus der Seele! Wenn sich die Leut halt mal mehr Gedanken machen wollten über die „Fleischproduktion“. Aus Gesprächen mit Leuten über dieses Thema bin ich oft schockiert wie wenig Ahnung sie über das Fleisch haben das sie essen. Ich denk mir oft, dass die Leut das auch gar nicht wissen wollen. Sehr guter Bericht!
    Liebe Grüße Arlene

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  2. Beindruckende Stiern und de dazugehörige Technik! U d was das Fleisch angeht,hast voi recht! De Vorstellung von da billigfleischproduktion is so grauslig. Scheens Gruß, Mathilde 😍

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  3. Als ich Kind war, war Fleisch teurer und kam nur am Wochenende auf den Tisch. Dann kamen die 70er Jahre mit dem Wirtschaftswunder, wo es auf einmal zum guten Ton gehörte, jeden Tag Fleisch zu essen. Weder die Generation meiner Eltern, noch die meiner Grosseltern hat das getan. Daher stimme ich dir bei: gutes Leben für die Tiere, dann weniger, aber besseres Fleisch (auch karmisch besser). Ich selber bin Vegetarierin, aber das ist eben meine persönliche Wahl.

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