D’Mosauerin und die Missen in Geinberg

Die Kandidatinnen zur „Miss Austria“ waren Anfang Mai in der Therme in Geinberg. Sieben Tage lang besuchen sie dort die „Miss Austria Academy“ und die Mosauerin durfte zwar nicht mitmachen bei dem Event, aber immerhin kurz mal hinter die Kulissen spechteln. Na, neugierig? 

Man könnte ja schon sagen, dass da irgendwie zwei Lebensrealitäten aufeinander prallen, wenn die Mosauerin Missen besucht – Auf g’scheid gesagt. Misthaufen meets Misshaufen triffts aber auch ganz gut. Und so begab ich mich, nachdem ich meine Hühner gefüttert hab, am Mittwoch Nachmittag in die wunderbare Therme Geinberg, wo ich auch schon erwartet wurde und in den „Missenbereich“ begleitet wurde, der normalerweise der durchaus ansprechende Seminarbereich des Hotels ist.

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Wer barfuß geht, den drücken die Schuhe nicht
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Warten. Aufs Schminken. Aufs Posieren. Aufs Frisieren.
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Geschminkt werden. Ich hätte ja Angst, dass ich die Augen nicht mehr aufbekäme 😉

Ihr kennt’s mich ja jetzt auch schon ein wenig und ich glaub‘ es überrascht jetzt hier niemanden so wirklich, wenn ich Euch sag, dass es vielleicht nicht so ganz meine Welt ist. Bitte nicht falsch verstehen, ich hab absolut gar nix gegen Schminken und sich fesch zammrichten – ganz im Gegenteil, ich mach das auch gerne und denke ich krieg’s auch halbwegs hin: Ich geh nicht im Pyjama zum Einkaufen. Oder fahr‘ unfrisiert nach Ried. Das reicht ja eigentlich auch.

Die Gesellschaft hat uns eingeredet, wir sollten unser Leben lang wie ein 18-jähriges Model aussehen. Aber ich denke, ich kann genauso gut auch das sein, was ich bin.
Clint Eastwood

Jeder soll das mit dem schön-sein-Wollen grundsätzlich so halten wie er oder sie mag – und wenn wer glaubt, dass er oder sie glücklicher ist, wenn sie einen größeren/kleineren/runderen/spitzeren Busen oder sonst was hat oder nicht hat, dann bitte schön, soll es mir auch recht sein. Warum sich jemand wie auf einer Kaninchenschau*) begutachten lässt, um dann einen Titel zu erlangen – oder eben nicht, erschließt sich mir aber halt so gar nicht. Ich habe daher natürlich auch versucht, herauszufinden, was die Missen motiviert, dabei mitzumachen. Unter anderem bei einem Gespräch mit einer jungen Frau aus dem Burgenland. Ihre Antwort auf die Frage „und warum machst du da mit“ lautete: „Aber das will doch jeder, auf der Bühne stehen und bewundert werden“. Ähm nein. Und selbst wenn, gäb’s da auch noch ein oder zwei andere Möglichkeiten…

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First, let me take a Selfie, Mosauerin im Hintergrund

Der liebste Begleiter der Missen und der Menschen um sie herum ist übrigens das Handy. Ich mach ja echt viele Sachen am Handy für den Blog und manchmal ist es mir wirklich richtig peinlich, dauernd Fotos zu machen. Aber was ich an diesem Nachmittag erlebt habe, lässt mich dastehen, wie ein Tattergreis. Ok, ich bin wahrscheinlich auch einer.

Ununterbrochen – und ich meine es wirklich so, wie ich es schreibe – werden Selfies, vielleicht auch noch Selfies mit anderen Menschen drauf aber sonst schon nicht mehr viel gemacht. Faszinierend, wie sich die Stimmung von Menschen von „total desinteressiert“ auf „was bin ich nicht crazy und ausgeflippt“  (und wieder zurück) von jetzt auf gleich ändern kann, nur weil eine Kamera auftaucht. Gut trainiert. Mein Kompliment! Aber halt auch echt nicht echt.

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Und, wie ist das Selfie geworden?

Ob sie es auf Dauer durchhalten, der Welt ein angeblich aufregendes Leben vorzuspielen, wenn es doch hauptsächlich aus Warten besteht? Bleibt abzuwarten, aber wird in ihrem Business wohl notwendig sein. Und sie müssen sich beeilen, Geld zu verdienen und ihre Marke zu promoten. Nicht nur, weil auch an ihnen die Zeit zu nagen beginnt, nächstes Jahr stehen auch schon die nächsten Missen vor der Tür, die ihren Anteil an Aufmerksamkeit, Bewunderung und Ruhm einfordern. Das Geschäft mit der Schönheit macht keine Pause, her mit den neuen Gesichtern, neuen Körpern.

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Lächeln bitte!

Geschminkt und hergerichtet wurden die Frauen für ein Fotoshooting im Freien. Hier zwei Missen beim Posieren:

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Posieren im Bärenkostüm mit schwarzen Lippen vor Aludecken und weißen Lampen. Gelegentlich mit Nebel. Wenn es Kunst ist, versteh ich es wahrscheinlich wieder mal nicht.

Währen die beiden sich abmühen, die Kamera zu beeindrucken, passiert auch hinter den Kulissen einiges. Auch hier wird fotografiert, und das nicht zu knapp.

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Menschen, die Menschen fotografieren, die Menschen fotografieren – schon schräg

Es war für mich eine spannender Nachmittag in Geinberg, der mich oft fassungslos staunen hat lassen, das Hotel ist wirklich unheimlich schön (sowas kriegt man ja nicht mit, wenn man gleich daneben lebt und folglich nicht dort übernachtet). Vielen Dank an das Marketing der Therme, das das möglich gemacht und mich so nett begleitet hat und danke an Marlies fürs Schminken während des Wartens. Obwohl ich danach angeblich aussah wie Dolores Schmidinger – aber es soll mir nix schlimmeres passieren in meinem Leben.

Ich bin dann übrigens wieder in meine kleine Welt zu meinen hübschen Hühnern heimgefahren und habe meine Schönheiten daheim bewundert. Denn:

Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet.
Christian Morgenstern

So long
mosauerin

*) zum Thema Kaninchenschau: Bitte nicht böse sein, wegen des Wortes, es wurde auch nicht gewählt weil die Frauen dort so „fesche Hasen“ sind, sondern es der einzige Tierwettbewerb ist, den ich kenne, bei dem eine Bewertung „zu flauschig“ lautet. Wie etwas überhaupt zu flauschig sein kann? Ich weiß es nicht…

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2 Kommentare zu „D’Mosauerin und die Missen in Geinberg

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    1. Oh da hab ich mich vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt – die Wahl wird erst im Juni stattfinden – wo ich dabei war, war die Vorbereitung auf ein Fotoshooting und das Shooting selbst.
      alles Liebe
      mosauerin

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