„D’Mosauer Roas“ oder das unglaublich Leben des Herrn Haft in (W)Orten des Innviertels

„D’Innviertler Roas“ gibt es als Buch und als Gstanzl/Lied/Gedicht. Mehr oder weniger geht es dabei um eine Aufzählung von Orten des Innviertels. Ich habe mich an einer kleinen mosauerischen Roas probiert und 71 Ortschaften bzw. Orte des Innviertels in eine kleine Geschichte verpackt. Viel Spaß damit! Und wenn ihr in einer der Ortschaften wohnts, dad i mi üba a Foto vo durt gscheid gfrein!


Eine kleine Anmerkung noch:  alle im Text vorkommenden 71 Innviertler Ortschaften sind kursiv und fett geschrieben und gehen manchmal über mehrere Wörter hinweg – es werds des am Endt aber scho merkn 😉


So Höhret *) die folgende Geschichte ausm Innviertel: Drüben im Stadl, gleich neben den Gattern, da steht er, der Valentin Haft, der Held unserer Geschichte. Er wohnt in einem Dorf , genauer gesagt in Puttenhausen. Das ist wie Traun bei den Adligen. Valentin Haft arbeitet bei IBM, weil ohne Moos ist auch im Innviertel nix los. Allerdings hat er in Leoben studiert, an der University of Mining und die Zeit dort war „nix laab„, wie die Steirer sagen. Am Endt ist er aber trotzdem wieder ham kumma.

Seine Frau ist eine Tochter vom Walter Ding, den viele nur als Bauer Ding kennen. Manche nennen ihn aber auch Harter Ding, weil er seinen Sohn einfach Alter nannte. Alter Ding, wo gibt’s denn sowas als Name. Im Innviertel halt.

Brigitte heißt die Frau vom Valentin und sie arbeitet halbtags bei Ernstlings Family in Ried, das ist ein Geschöft. Wenn sie über die Holzgassen heimkommt und den alten Schneegattern zumacht, ist Valentin meist schon da und liest in einem Buch – meistens über Ackern. Ach, wie gerne würde er Bauer werden und thann mit seinem Traktor den Schratzberg rauf und runter fahren und nicht nur mit dem Rad in der Ebene. Diesen Berg wollte er immer schon bezwingen – auch weil ihn Brigitte immer liebevoll ihren Speckmann nennt. Und das nur, weil er mit seinen Stampfen die neuen Pantaleones a weng zerrissen hatte, als er am Ufer den Weizen ausgraben wollte. Seitdem war sein Gewicht immer ein wenig stitting zwischen den beiden. Gut er nannte sie manchmal Alte Hütteaber nur, weil sie ihn auch noch Wintersack schimpfte, wo er doch auch nichts für seine kalten Füße konnte.

An allem war nämlich eigentlich Brigitte Schuld. (Anm.: es is doch immer SIE, oder?)

Valentin ist nämlich gar kein Mauler, sondern eine kleine Rampesau. Er tritt am Wochenende mit seinem Bub, Ing. Peter Haft immer in Schärding auf. Brigitte ist damit gar nicht einverstanden „Peter shamst du di net!“ (Sie hatte einen kleinen Sprachfehler) pflegt sie zu sagen, denn sie findet ihren Mann gar nicht witzling.

Trotzdem macht sie den beiden Männern jeden Sonntag Stelzen, Bratl finden die beiden nämlich grausingSpader am Sonntag gehen sie dann  meistens auf der Wiesen oder am Bach spazieren, das lohnt sich oft für Brigitte. „Depp im Bach“ schreit Brigitte jedes mal laut auf, wenn Valentin in den Weilbach fällt. Pirathen gibt’s dort ja keine, also ist es nicht so gmain darüber zu lochen, sagt sie.

Anstätt sich über ihn lustig zu machen, sollte Brigitte aber doch lieber mal darüber nachgrübln, warum der Humor zwischen den beiden schwand und sie manchmal fucking lohnely ist in ihrem Haus.

Hoffen wir mal, die beiden packens miteinander und sie können sich auch morgen noch in die Augen schaun und hoffen wir, dass nicht zukünftig der Schneider im See das Holz von der Brigitte reinhollt sondern immer noch ihr Valentin, der sie so sehr liebt.

***

A hamma scho wieder am Endt ? ich hoffe es hatte für Euch ein paar Pointen und ihr musstet nicht zum Lochn am See gehen. Grüblts net zlang darüber nach, sondern habetswohl Euch!

Eicha
mosauerin

 

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6 Kommentare zu „„D’Mosauer Roas“ oder das unglaublich Leben des Herrn Haft in (W)Orten des Innviertels

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  1. Ganz tolle Geschichte. Als Linzer, der durch Heirat ein halber Innviertler geworden ist und über 30 Jahre im Außendienst in OÖ – und natürlich auch im Innviertel – vor allem bei den Bauern unterwegs war, kenne ich viel der Ortschaften, bei weitem aber nicht alle.
    Nur weiter so!!!

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    1. Lieber Sepp, vielen Dank!
      Mein Papa ist auch Linzer und Innviertler durch Heirat geworden und war immer im Innviertel bei den Bauern unterwegs 🙂 Lustiger Zufall. Wenn Du magst, kannst Du meinen Blog auch per Email abonnieren, dann kriegst immer die Artikel quasi „druckfrisch“ geliefert.
      Danke fürs Lesen!
      mosauerin

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      1. Liebe Mosauerin!

        Danke für den Tipp mit dem Blog-Abo. Hab ich sofort erledigt. Finde auch interessant, dass dein Vater als Linzer bei den Bauern unterwegs war.
        Meine Chefin in den letzten 10 Jahren (sie ist es immer noch, nur ich bin in Pension) war ja ebenfalls eine Altheimerin, die du vielleicht sogar kennst (Dr. Christine Katzlberger-Laimer).

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