Unter Bierologen – is this the way to Amarillo?

Als letzte Herausforderung im Biermärz habt ihr mich zum 63. Bierologenstammtisch nach Ried geschickt. Berufsbedingt bin ich ja eh a recht a Neugierdsnasn und fürcht‘ mich vor nicht viel, also warum auch nicht. Was wird das schon groß sein. So ein Stammtisch halt. Ich sollte mich täuschen…

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Der Benno ist eh der Beste, den Nirvard kannst du zu gewisse Suppen reichen, das ist halt ein belgisch Blond. Der Gregorius ist ein belgisches Tripel aber eigentlich ein Quadrupel und mit Honig einer zweiten Gärung unterzogen.

So oder so ähnlich darf man sich ein Tischgespräch bei einem Bierologenstammtisch im Biergasthof Riedberg in Ried/Innkreis durchaus vorstellen. Gott sei Dank war ich ja vorher am Rieder Bier Ladylike und bekam dort eine Einführung, sonst hätte ich nämlich gar nix von den Unterhaltungen verstanden. Aber ich muss gestehen, es war auch so recht enden wollend. Weder kenne ich mich nämlich wirklich im Brauprozess aus (und das nach all den Brauereiführungen und dem selber Brauen, a Schand is des!) noch kann ich die Geschmacksnote „Koriander“ aus einem Bier herausschmecken. Und glaubt mir, wenn wer Koriander aus was herausschmecken kann, dann eigentlich ich.

Neugierig, vor nix fürchten und immer den Mut haben was Neues zu lernen: die Bierologen kamen mir also recht gelegen – ich hatte aber eh wen zum dahinter-verstecken mit, nur für den Fall des Falles hab ich mich an den Martin (ihr kennt ihn schon vom Bierbrauen – und die meisten Innviertler kennen ihn wahrscheinlich eh persönlich) drangehängt. Was sich als sehr weise herausgestellt hat.

Der Bierologenstammtisch

So ein Bierologenstammtisch startete mit einem Aperitif in der Bürgerstube.  Selbstverständlich aber nicht mit einem Prosecco sondern mit einem Bier. In diesem Fall war es ein Pfiff von einem Tripel Karmeliet vom Fass. Also sagte man mir halt. Ihr wisst schon…

Nachdem alle angemeldeten Bierologen, übrigens alles Männer, eingetrudelt waren, bat uns Karl Zuser Jun. zu Tisch. Ja und da war ich dann schon erstaunt. Denn von einem Stammtisch bin ich anderes gewöhnt: Bier ja, aber bei uns gabat’s da dann maximal an Salznagl (Salzstangerl für die Nicht-Dosigen) und Brezn, vielleicht noch a Essigwurscht aber nicht das, was im Gasthof Riedberg für uns vorbereitet war: eine Consommé vom Rind mit Markknödel, Biernudeln mit Bärlauchpesto, geschmorte Rinderbackerl mit Apfel-Erdäpfelgratin und Rübengemüse und als Nachspeise ein sensationelles („mit Schokolade kriegt man Euch Frauen ja immer“) Bierschokolade-Mousse. Und zu all dem wirklich wunderbaren Essen – kochen können’s ja wirklich im Riedberg – das passende Bier. Aber eben nicht nur einfach das Bier dazu sondern auch die Erklärung warum gerade das, welche Geschmacksnoten wie verstärkt werden oder auch nicht, was besonders harmoniert und was gar nicht gehen würde. Erklärt von den Wissenden, die sich nicht nur auf den Gastgeber und meine Begleitung beschränken, sondern von jedem der was weiß und/oder das Bier kennt. Also gab’s einen Mini Food Pairing Kurs gleich mit.

Zum Schluss des Essens durften wir dann auch noch ein mitgebrachtes Bier verkosten, nämlich ein Selbstgebrautes vom Martin (nicht „meinem“ sondern dem anderen aus Baden). Ein New England IPA mit 20% Haferflocken, den Rest der Beschreibungen und Erklärungen hab ich nicht wirklich verstanden. Muss ich aber auch nicht um es trotzdem sehr gut zu finden, es schmeckte sehr fruchtig nach Mangos und Maracuja.

Aber nicht nur Diskussionen über Bierausprägungen und Hopfensorten werden an so einem Bierologenstammtisch geführt, auch widmet man sich so philosophischen Fragen wie „Wann und warum ist der Mensch überhaupt sesshaft geworden“. Die Theorie der Bierologen: eh klar, wegn am Bier. Lassen wir das mal so stehen.

Grundsätzlich bedarf die Klärung solcher essentieller Fragen des Lebens natürlich einer angemessenen Umgebung und so übersiedelte die erlauchte Runde inklusive Mosauerin zur weiteren Diskussion in Zuser’s gut gefüllten Bierkeller.

Im Bierkeller

Ich weiß gar nicht ob im Bierkeller der Spruch gilt: was im Keller passiert, bleibt im Keller, in Karl’s Picobello feinen Keller mit seinen (mehr als) 400 Biersorten bleibt auf jeden Fall genug Bier zu probieren und ratschen tiefgründige Bierdiskussionen zu führen, womit wir also eine Etage tiefer weiter machten. In stimmungsvoller Atmosphäre versteht sich, zwischen all den köstlichen Flaschen. Die Themen: bleiben geheim.

Irgendwann ist aber auch der netteste Abend wieder zu Ende und die Gesellschaft nimmt schweren Herzens voneinander Abschied. Ich durfte an dem Abend schon wieder viel über Bier lernen, hab mich trotz meiner Unwissenheit aber wahrlich nicht fehl am Platz gefühlt. Alle meine vielen Fragen wurden mir mit viel Geduld ausführlich beantwortet und ich hab mich mit dem sympathischen Bierologenhaufen sehr wohl gefühlt. Das wichtigste, das ich an dem Abend gelernt habe war: Es kommt nur darauf an, was man selbst für einen Zugang zum Bier hat. Lasst’s Euch also nix einreden und trinkt’s was Euch schmeckt.

Na dann: Prost.
Mosauerin

PS: Wenn Ihr jetzt Lust bekommen habt’s auch einmal am Innviertler Bierologenstammtisch vorbeizuschauen (was ich Euch nur wärmstens empfehlen kann!): Die Stammtische finden jeden letzten Donnerstag im Monat im Biergasthof Riedberg statt, Anmeldung  und Termine online auf der Homepage des Gasthauses. Ich empfehle übrigens dringend im Sinne der Verkehrssicherheit sich ein Taxi heim zu organisieren.

PPS: Den Titel muss ich auch noch aufklären. Amarillo ist nicht nur eine Stadt in Texas und titelgebend für den Gassenhauer gesungen von Tony Christy, sondern auch eine Hopfensorte, die nur in Washington auf einer einzigen Farm wächst. Erwischt man zu viel von ihm beim Brauen soll das Bier dann nach (ich zitiere) „Katzenpisse“ schmecken.

Dieser Beitrag entstand für: Tourismusverband s’Innviertel
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