Wie kommt der Bock ins Bier? – Warum das Bockbier so heißt, wie es heißt

Weil ich heute Abend den zweiten (und damit für mich letzten) Bockbieranstich des Jahres besuche – heute bei der Brauerei Wurmhöringer, nachdem ich vor drei Wochen schon beim Raschhofer Bockbieranstich war – hat mich mal interessiert, wieso das eigentlich überhaupt Bockbier heißt. Wie also der Bock ins Bier kommt. Das muss ja einen Grund haben…

Im Herbst ist Wildsaison, im ein oder anderen Artikel von mir in den OÖN hab ich mich da ja schon eingehend damit beschäftigt, und so bin ich bislang eigentlich immer davon ausgegangen, dass das Bockbier irgendwas mit dem Rehbock zu tun hat. Jo, da hat sa sich wieder amoi ordentlich teischt, d’Mosauerin. 

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Mitnichten kommt das nämlich vom Wild sondern von… und jetzt müssts da tapfer sein ihr Innviertler… von den Norddeitschen. Krass konkret nämlich von einer Stadt nahe Hannover die sich Einbeck nannte (und immer noch nennt, jetzt aber keine Hansestadt mehr ist).

Und diese Einbecker waren auch schon im Mittelalter gewiefte Geschäftsleute, die ihr Bier bis nach Italien exportierten. Damit man dieses Bier aber über lange Strecken transportieren konnte, denn das dauerte ja damals _a wengal_ länger als heute mussten sie das Bier haltbar machen. Das taten sie, indem sie Bier mit einen sehr hohen Stammwürzegehalt (das ist der Zuckergehalt vor der Gärung) und damit mehr Alkohol brauten. Schnapps hält sich ja bekanntlich auch länger als Prosecco. (Insbesondere im Mosauerischen Haushalt ;-))

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Dann erst kamen irgendwann später die Bayern (damals noch mit uns Innviertlern im Gepäck) ins Spiel: Die Wittelsbacher ließen sich mit dem „Ainpöckisch Bier“ beliefern aber schon damals dürfte der Bierpreis Grund zur Klage gegeben haben, sodass der Bayerische Herzog 1573 das erste bayerische Hofbräuhaus erbauen ließ.

Damit’s Bier auch so schmeckte wie gewohnt warb man der Einfachheit halber gleich den Braumeister aus Einbeck ab, der fortan in München werkelte. Auch damals hieß es noch das Ainpöckisch Bier, das man trank. Die Münchner Bevölkerung machte daraus im Laufe der Zeit dann das Wort „Bockbier“.

So einfach kommt der Bock ins Bier.

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Ein Kommentar zu „Wie kommt der Bock ins Bier? – Warum das Bockbier so heißt, wie es heißt

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  1. Interessant, welche Zusammenhänge man manchmal so entdeckt, wenn man hinter die Kulissen schaut …
    Weihenstphan in Bayern behauptet, die älteste Brauerei zu sein (seit 1040), aber vielleicht war es damals keine Hofbrauerei. Es steht dem Einbecker Bier jedenfalls in nichts nach.
    Liebe Grüsse aus Dänemark

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