November 2023
…macht man’s natürlich verkehrt. Auch die Mosauerin.

Weil ich es mir ja nicht in wirklich jeder Kolumne mit irgendwem verscherzen muss (Grüße an dieser Stelle an die Stadtgemeinde Braunau, die Bezirkshauptmannschaft Braunau, das Land Oberösterreich, das Bodenversiegelungskomittee in Oberösterreich, die Wirtschaftskammer, die Bauernkammer, die Arbeiterkamm… – mit fällt auf, DIE fehlen doch tatsächlich noch auf meiner Liste!) habe ich mir gedacht, ich schreib heute mal über was wirklich wirklich WIRKLICH Unverfängliches. Über Essen zum Beispiel. Nein, nicht die kreisfreie Großstadt im nordrhein-westfälischen Regierungsbezirk Düsseldorf. Essen im Sinne von Nahrungsaufnahme.
Aber selbst bei diesem an sich unschuldigen kleinen Thema kann man es sich ja mittlerweile auch vortrefflich mit Göttin (Gott ist natürlich mitgemeint!) und der Welt an sich verscherzen. Wenn ich es mir so recht überlege kommt man aus dem es sich mit anderen verscherzen ja genau bei diesem Thema ja schon gar nicht mehr raus. Früher, da wo alles besser war, hat man einfach jeden Tag eine halbe Sau verspeist und gut war’s. Heute sieht man das ja ein bissi anders:
Isst man weder Fleisch noch Wurscht (sic!), verscherzt man es sich mit den überzeugten Fleischfressern in der Verwandtschaft, die das irgendwie als persönliche Beleidigung auffassen. Isst man Fleisch, verscherzt man es sich auf alle Fälle mit dem Klima und dem Teil der veganen Verwandtschaft, die das gar nicht cool findet. Isst man nur Bio, gilt man sofort als Snob weil „du kannst dir das ja leisten“. Isst man nur billiges Zeugs, ist man quasi ein Mindestsicherungsbezieher, dem obendrein die Umwelt egal ist. Isst man im Winter keine Erdbeeren aus Spanien, wird man als spinnata Bobo beschimpft, isst man sie, als ungebildeter Prolet. Wie man’s macht, macht man’s eben verkehrt.
Da halt aber Nicht-Essen, bis auf wenige Heidi-Klum-Möchtegern-Ausnahmen und Licht-Nahrungs-Diätiker irgendwie auch keine Option ist, muss man fürderhin wohl bis zum Sankt Nimmerleinstag entweder alleine essen oder sich ein sehr dickes Fell entwickeln. Pelz zum Beispiel.
Oh no! Wait!
Erschienen in den Oberösterreichischen Nachrichten in der Rubrik Unser Innviertel
