Vorfrühling im Ibmer Moor

Da ich sowieso vieeel zu wenig im oberen Innviertel unterwegs bin (und ich irgendwann mal Besserung gelobt habe), der Sonntag für einen Ausflug sowas von perfekt war (scho, goi?) und ich das letzte Mal glaub ich als Kind im Ibmer Moor war war die Idee: „He foama doch dahin“ geradezu genial. Habt’s Lust auf einen vorfrühlingshaften Rundgang im größten Moor Österreichs? Los geht’s!

 

Während wir uns aber mit festen Schuhwerk auf den Weg machen und losstapfen unterhalten wir uns übrigens darüber, warum wir uns überhaupt mit dem Thema Moor beschäftigen sollten. Denn wir sind ja hier auf einem Moorlehrpfad, zumindest virtuell…

Warum Moore so enorm wichtig sind

„Obwohl Moore nur drei Prozent der Erdoberfläche bedecken, speichern sie rund 30 Prozent des erdgebundenen Kohlenstoffs“

„Moore speichern mehr CO2 als jedes andere Ökosystem der Welt“

*)

Und das ist neben der Artenvielfalt doch schon alleine ein sehr guter Grund Moore einerseits zu erhalten, andererseits eine Wiedervernässung von trockenen Moorflächen zu fördern.

Moore speichern enorme Mengen an CO2, wenn sie nass sind – werden sie trockengelegt geben sie aber enorme Menge CO2 und Methan an die Athmospäre ab – und zwar im Jahr mehr als doppelt so viel als der jährliche (!) weltweite (!) Flugverkehr (!). Na bumm. Der motivierte Leser googelt das jetzt mal, alle anderen glauben es mir einfach 🙂

Also: Moor schützen ist angesagt, in unserem eigenen Interesse! Meist genügt es übrigens schon, dass man die Entwässerung eines Moorgebietes entfernt oder verhindert, um eine Wiedervernässung zu erreichen.

2019 03 mosauerin ibmer moor 006

Übrigens: Wiedervernässte Moore lassen sich auch landwirtschaftlich nutzen! Das ist also auch keine Ausrede – gerade in Zeiten der Biomasseheizungen und den elenden Feldern von (eh nicht nachhaltigem) Elefantengras ist Paludikultur (googeln!) eine wirtschaftliche Alternative zur Entwässerung von Flächen.

Und jeder kann auch daheim was für die Erhaltung der wichtigen Moorlandschaften tun: zum Beispiel nämlich keine Pflanzenerde kaufen, die Torf enthält & Kompost als Alternative verwenden. So einfach geht das.

Sprachliche Hinweise auf Moore

Viele Moore sind aus unserer Landschaft bereits verschwunden, mancherorts ist es aber in den Ortsnamen noch zu erkennen wo sich früher ein Moor befunden hat. So lässt sich von einem „Moos“ – wie in Moosham, Moosbach, und tadaaaaa natürlich MOSau(er) auf ein (früheres) Niedermoor schließen. Und wenn es wieder mal viel geregnet hat und hier alles schwimmt, weiß ich warum es hier mal Moosau hieß…

Das Wort „Filz“ weist übrigens auf ein Hochmoor hin und „Ried“ bezeichnet den Schilfsumpf an den Ufern oder eine mit Riedgras bewachsene Wiese. Hausübung: die lokalen Ortsnamen mal auf diese Moor-Wörter untersuchen!

Unser Moor im Innviertel

Hinfinden tut man ja leicht nach Ibm, per Auto zumindest. Entweder man parkt direkt vor dem Eingang zum kleinen Moorlehrpfad oder (so wie wir, weil wir ohnehin die große Runde gehen wollten) bevor es die Hackenbucher Strasse hinuntergeht. Weitere Parkmöglichkeiten sind auch vor der Kapelle in Ibm, aber wieder für die große Runde.

Und dann heißt es einfach losgehen und die Natur genießen. Die ersten 200m sind Rollstuhl geeignet, der Rest der Strecke nicht. Immer wieder bietet sich die Gelegenheit ein wenig Platz zu nehmen und die Natur zu genießen, zu jausnen (Mist mitnehmen!) oder – wenn ihr Romantiker seids – zu schmusen. Sowas solls ja auch geben. Die kleine Runde ist wirklich klein und für die Große (4,5 km) haben wir inklusive Pause (den Grund könnt ihr euch jetzt je nach Laune auswählen) 1,5 Stunden gebraucht. Wir sind aber auch keine Fußlahmen.

Der Moorlehrpfad erzählt einiges über die Pflanzen- und Tierwelt des Ibmer Moores (auch: Frankinger Moos) das früher viel größer war als heute – weil eben auch das weitestgehend trockengelegt wurde. Aber neben all der Informationen, die man über das Moor vermittelt bekommt zahlt sich der Ausflug in Ibmer Moor aus einem Grund aus: Es ist einfach wunderschön dort!

Der Mosauerin hat’s so gut gefallen, dass sie sicherlich wieder mal ins Ibmer Moor fahren wird (vielleicht im Sommer?) und wenn ihr es mir gleichtun wollt, da müssts dann hin:

*) Das sagt nicht die Mosauerin, sondern das sagt die deutsche Bundesregierung. (Quelle, abgefragt am 18.03.2019)

Werbeanzeigen

4 Kommentare zu „Vorfrühling im Ibmer Moor

Gib deinen ab

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: