Der Winter nach Weihnachten hat seinen eigenen Zauber – alles ist endlich stiller, langsamer, fast so als ob die Welt nochmal kurz ein Nickerchen macht. Gerade in der Winterruhe um den Jahreswechsel herum erwacht bei mir so richtig die Vorfreude auf den kommenden Sommer. Es ist die Zeit, in der in der Mosauerei nichts mehr zu tun ist, ich an meinem warmen Küchentisch sitze, eine Tasse heißen Kaffee vor mir, und mich von meiner morgendlichen Hühner- und Gänsetour aufwärme. Winterruhe eben.
Umgeben von Samen-Packerl aus dem letzten Jahr, überprüfe ich ihre Bestände, sortiere ich sie nach Aussaatzeit, träume mich in sonnige Beete voller üppiger Blütenpracht und überlege, welche neuen Sorten ich dieses Jahr unbedingt ausprobieren möchte. Das Bestellen neuer Samen gehört absolut zu meinen Winter-Highlights: Sorgfältig durchforste ich Kataloge, lasse mich von der Vielfalt inspirieren und lege den Grundstein für ein weiteres Gartenjahr voller Freude (und Arbeit). Meistens bestelle ich natürlich mehr Samen, als ich wirklich anbauen kann. Aber ich könnte, wenn ich wollte und so freue mich über jedes Packerl Samen, das bei mir eintrudelt, weil es so viele Möglichkeiten eröffnet.

Wintergemüse – Ernten, wenn alles andere ruht

Doch der Winter ist nicht nur die Zeit des Träumens, er ist auch die Zeit des Erntens – zumindest in meinem Gemüsegarten. Auf fast kahlen Beeten und zwischen insektenfreundlichen Überbleibsel von Pflanzen habe ich kleine Vitaminbomben zu ernten: Den Palmkohl, der mit seinen langen, dunkelgrünen Blättern in der Winterkälte steht. Den Rosenkohl, der immer dann am besten schmeckt, wenn er den ersten Frost hinter sich hat. Und natürlich den Grünkohl, der unermüdlich die Wintermonate übersteht und so reich an Vitaminen ist.
Auch meinen Mangold kann ich oft bis in den Jänner hinein ernten, solange ich ihn vor der Nässe schütze. Der wahre Feind des Wintergemüses ist nämlich nicht die Kälte, sondern die Nässe. Aktuell habe ich sogar noch ein paar Salatpflänzchen im Hochbeet, die sich tapfer halten und mir ein kleines bisschen Frische auf den Winterteller bringen. Großartige Wachstumsschübe sind aber natürlich im Winter nicht zu erwarten.

Ein stiller Begleiter im Garten: Der Igel
Neben dem Gemüse und dem Träumen vom Sommer ist es vor allem mein kleiner Gartenbewohner, der mich in der kalten Jahreszeit glücklich macht: der Igel, der in einem schattigen, ruhigen Eck eingezogen ist. Ich stelle mir vor, wie er zufrieden und satt in seinem sicheren Quartier schläft, während ich bei ihm vorbeischaue – natürlich ohne zu stören. Ein naturnaher Garten gibt nicht nur uns etwas zurück, sondern bietet auch Tieren wie dem Igel einen sicheren Rückzugsort. Dieses Wissen macht meinen Winterspaziergang durch den Garten gleich noch ein bisschen schöner.

Gartenarbeiten im Dezember
Der Garten mag im Winter ruhen, doch es gibt immer noch einiges zu tun. Hier habe ich eine kleine Übersicht, was du im Nutzgarten und im Blumengarten während der Winterruhe erledigen kannst:
Im Nutzgarten:
- Wintergemüse ernten: z.B. Grünkohl, Rosenkohl, Palm- und Mangold , aber auch Lauch, Stangensellerie, Knollensellerie, schwarzer Radi
- Saatgut sortieren und bestellen: Plane das kommende Gartenjahr und erstelle einen Pflanzplan.
- Hochbeete pflegen: Kontrolliere, ob das Material noch ausreichend isoliert und geschützt ist.
- Obstbaumschnitt: Im Jänner kannst du Obstbäume schneiden, solange es frostfrei ist.
- Werkzeugpflege: Überprüfe Gartengeräte, öle sie und schleife stumpfe Klingen.
Im Blumengarten:

- Blumenzwiebeln einsetzen: Allerspätestens jetzt gehören die Blumenzwiebel in die Erde, achte aber bei lehmigen Boden auf eine gute Drainage (eine Handvoll Sand in jedes Loch) damit die Zwiebeln nicht faulen.
- Winterschutz überprüfen: Stelle sicher, dass empfindliche Pflanzen ausreichend geschützt sind.
- Planung für das Frühjahr: Überlege, welche Blumen du im Frühjahr pflanzen möchtest und welche Standortansprüche sie haben.
- Vogelfütterung: Stelle sicher, dass die Fütterung regelmäßig und artgerecht erfolgt (am besten mit Bio-Futter – warum hab ich hier schon mal zusammengefasst: Vögel füttern aber richtig).
- Immergrüne Gehölze kontrollieren: Bei Schnee müssen die Äste gelegentlich von der Last befreit werden, sonst brechen sie ab

Winterruhe und Vorfreude
Der Winter ist eine Zeit der Vorbereitung und der Ruhe. Während der Garten schläft, legen wir schon die Grundlage für ein blühendes, fruchtbares Jahr. Es ist ein schönes Gefühl, jetzt Pläne zu schmieden, neue Samen auszusuchen und die kleinen Freuden des Winters zu genießen: Eine heiße Suppe nach einem langen Spaziergang draußen, eine duftendes Bad zum aufwärmen, im Ohrensessel sitzen und ein wenig stricken oder in dicken Gartenbüchern zu schmökern und davon zu träumen was kommt.


„Schönes Landleben! – Durchs Jahr mit der Mosauerin“
Ein Wohlfühlbuch zum Entdecken und Nachmachen – Voller Ideen, Rezepte und Inspiration rund ums Garteln, Kochen und Dekorieren direkt vom Mosauerhof.
Für alle, die das schöne Landleben lieben oder sich danach sehnen!
Grad aktuell bei mir auf Instagram…

