Der Jänner ist einer der schwierigsten Monate, um das Haus zu dekorieren. Weihnachten ist vorbei, die Kugeln wieder verräumt, die Kränze abgenadelt, und die Aufsteller sind zu veritablen Staubfängern geworden. Es ist das Deko-Loch im Jänner: Nach der Üppigkeit im Advent wirkt alles plötzlich zu leer – und ich fange an, nach „Dekoideen Winter“ zu googeln. Draußen ist es noch immer grau, kalt und still. Und ich beginne mich nach dem Frühling zu sehnen, obwohl der Kalender sehr deutlich sagt: „Noch nicht!“
So auch heuer wieder, aber dann bin ich im „Salettl“ über diese alten Blumenzwiebel aus den Töpfen vom letzten Jahr gestolpert. Nach dem Verblühen habe ich sie einfach im Schatten einziehen lassen und eigentlich wollte ich sie im Herbst dann in die Beete setzen. Natürlich hab ich darauf aber komplett vergessen. Was für ein Glück, denn so haben sie mich gleich für ein wenig Vor-Frühlings mitten im Winter inspiriert. Denn natürlich sind auch so vergessene Zwiebel viel zu schade um weggeworfen zu werden: vor allem, wenn sie bereits wieder austreiben. Also rein ins Haus damit, und los geht’s mit meiner blühenden Winter Deko!
Dekoideen Winter #1: Alte Ziegelform mit Moos & Blumenzwiebeln

Alte Ziegelformen eignen sich perfekt zum Dekorieren und wenn man das Glück hat eine doppelte Form zu haben (so wie ich, aber frag mich nicht wo die her ist!) kann man daraus ein wunderbares Mittelstück für den Esstisch zaubern. Die Idee heuer mal die ganzen Frühlingsblüher da hineinzugeben mag ich irgendwie besonders, weil sie einfach so zeitlos ist.
Du brauchst:
- eine alte Ziegelform oder eine ähnliche rustikale Schale
- ein Plastiksackerl (z. B. ein alter Gefrierbeutel) damit die Holzform nicht unter der Feuchtigkeit leidet
- etwas Blähton oder groben Kies, Sand oder Agroperls… für die Drainage unten im Sackerl
- Blumenerde (torffrei)
- (alte) Blumenzwiebeln (kleine Narzissen, Traubenhyazinthen, Krokusse – alles, was grad da ist)
- Zeitungspapier zum stabilisieren und als Unterlage für das Moos
- Moos, am besten gut gewässert
So geht’s:
- Rolle das Sackerl so zusammen, dass es gut in die Ziegelform passt.
- Gib unten eine Schicht Drainagematerial hinein und darauf eine 2-3 cm dicke Schicht torffreier Blumenerde.
- Lege die Blumenzwiebel auf die Erde und drücke sie leicht fest. Beginne mit deinen größten Zwiebeln und verteile die zuerst. Dann machst du mit kleineren Zwiebeln weiter und zum Schluss kannst du auch noch die ganz kleinen Tochterzwiebel der Vorjahrsknollen dazwischen setzen.
- Bedecke alles mit ein wenig weiterer Erde. Das muss nicht zu viel sein, nur dass die Zwiebel stabilisiert sind und ihre Wurzeln in der Erde sind.

- An den Seiten stecke ich zerknülltes Zeitungspapier zwischen das Sackerl und die Ziegelformwand. Das sorgt nicht nur für Volumen für das Moos später, sondern es hält die Erde auch dort, wo sie hingehört.

- Zum Schluss deckst du das Zeitungspapier und das Sackerl mit Moos so ab, dass man es nicht mehr sieht.
- Gieße dann die Erde im Sackerl leicht an, aber sei vorsichtig dabei. Das Wasser kann durch das Sackerl nicht ablaufen. Gießt du zu viel, werden dir die Zwiebel verfaulen.
- Stelle das Gefäß hell an einen nicht zu warmen Ort (15-20 Grad sind ideal) – wenn es zu warm ist, werden entwickeln sich die Blüten zu schnell und werden zu hoch – sie „vergeilen“. Etwas auf das ich pfeife, denn ich will schnell Blüten!
- Nun heißt es warten. Je nach Entwicklungsstand beim Einsetzen und der gewählten (vorhandenen) Zwiebeln dauert es eine bis mehrere Wochen, bis sich die ersten Blüten zeigen.



Achtung:
Praktisch alle Frühlingsblüher sind mehr oder weniger giftig! Wer also neugierige Kinder, Katzen, oder Hunde beherbergt, sollte darauf achten, dass sie keinen Zugang zu den Frühlingsblühern haben.
Ein Glück dass meinen Katzen jegliches Gestrüpp komplett egal ist…
Dekoideen Winter #2: Frühling to go – Mitbringsel im Marmeladenglas
Wir haben es alle gelernt: Wenn man wo eingeladen ist, bringt man was mit. Oft wird es dann eine Flasche Wein. Oder die Schnittblumen vom Floristen, die allerdings (nicht nur) im Winter von seeeeehr weit her kommen und alles andere als nachhaltig, pestizidfrei oder gar günstig sind.
Wie wär es also mal mit einem Mitbringsel aus der eigenen Produktion, das garantiert jedem im Winter besonders große Freude macht: Frühling to go!
Du brauchst:
- ein (niedriges) Marmeladenglas, ca. 2-3x die Höhe deiner Blumenzwiebeln hoch
- etwas Erde oder noch besser ein Erde‑Sand‑Gemisch
- Traubenhyazinthenzwiebeln
- Geschenkband oder ähnliches in blau
- ein selbstgemachtes Etikett für den Deckel, wenn du magst

So geht’s:
- Fülle das Glas ca 1cm mit Erde oder einem lockeren Erde‑Sand‑Gemisch.
- Setze die Traubenhyazinthenzwiebel auf die Erde auf und bedecke sie leicht.
- Um das Glas bindest du ein schönes Band mit einer Masche. Den Deckel kannst du mit einem selbst gestalteten Etikett versehen – vielleicht mit einem handgeschriebenen „Ein bisschen Frühling für dich“ oder eben „Frühling to go“
- Gieße die Zwiebel leicht an, aber achte dabei darauf, dass unten im Gefäß kein Wasser steht. Sonst verfaulen die Zwiebeln
- Überreiche das Mitbringsel mit geschlossenen Deckel aber lass ihn nicht zu lange drauf, sonst besteht Schimmelgefahr!



Dekoideen Winter #3: Kresse in alten Kaffeetassen – Tischdeko im Winter

Meine Idee Nummer drei ist eine total süße, einfach Tischdeko, insbesondere wenn du vielleicht ein Cafe hast und etwas kreatives auf den Tisch bringen möchtest. Aber natürlich macht es sich auch daheim toll, besonders wenn eine Einladung ansteht, kannst du die Tassen mit Kresse als Platzkarten oder Platzdeko verwenden. Besonders schön schaut es meiner Meinung nach aus, wenn du alte Tassen mit Goldrand oder 50ies Design verwendest. Solche Tassen bekommst du supergünstig am Flohmarkt oder in Wiederverwendungs-Shops wie z.B. die ReVital Shops der Umweltprofis.
Du brauchst:
- alte Kaffeetassen oder Schalen, nicht zu hoch
- Wattepads
- Kressesamen
- Wasser
So geht’s:
- Lege ein Wattepad in eine Tasse und befeuchte es gut.
- Streue die Kressesamen darauf und halte alles gleichmäßig feucht.
- Schon nach wenigen Tagen zeigt sich sattes Grün.
Die Tassen lassen sich wunderbar auf dem Tisch verteilen, auf der Fensterbank sammeln oder als kleine Platzdeko nutzen.
Und ja – man kann sie später auch einfach aufessen 😉

Fazit
Im Jänner wirkt das Haus oft leer: Weihnachtskugeln verräumt, Kränze abgelegt, alles ein bisschen kahl. Aber es gibt einfache, nachhaltige Möglichkeiten, den Winter zu verschönern: Alte Blumenzwiebeln in einer Ziegelform, kleine „Frühling-to-go“-Gläser oder Kresse in alten Tassen bringen Farbe, Leben und ein bisschen Frühling ins Haus – ganz ohne Weihnachtsdeko.
Also, schnapp dir, was du da hast: eine Schale, ein Glas oder eine alte Tasse, ein paar Zwiebeln oder Samen – und leg los!

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