Februar 2025
Ich muss meine Nerven schonen…

Der Winter neigt sich schön langsam dem Ende zu. Gut, das behauptet zumindest der Kalender, auch wenn das Thermometer hier bei uns noch anderer Meinung ist. Aber egal, auch wenn mir jetzt in der Früh im Hühnerstall immer noch zechen-kalt ist – ich spüre es schon: Der Frühling steht vor der Tür. Und mit ihm kommt das, worauf ich mich den ganzen Winter freue: Gartenarbeit. Erde in den Händen, Dreck unter den Nägeln und Rückenschmerzen vom Umgraben. Herrlich!
Während andere gerade ihre Urlaubspläne schmieden, Kataloge wälzen und Flüge buchen, stehe ich unter der Schupfen und öle meinen Spaten. Die einen träumen von exotischen Stränden, All-Inclusive-Buffets und dem Duft von Sonnencreme, ich hingegen träume von frisch geernteten Karotten, saftigen Paradeisern – sonnenwarm vom Strauch in den Mund gesteckt – und dem Duft von feuchter Gartenerde nach einem Sommerregen.
Und dann denke ich an die, die es im Sommer nicht so gut haben wie ich. Die sich dann mit ihren Riesenkoffern bei der Gepäckaufgabe die Beine in den Bauch stehen, die in der laaaangen Schlange vor dem Sicherheits-Check warten, total übernachtig sind, weil sie so bald aufstehen mussten, obwohl der Flieger eh erst am Nachmittag geht, aber man ja drei Stunden vorher schon da sein muss.
An die, die sich dann vollkommen überteuerte Getränke kaufen müssen, weil man ja nichts mitnehmen darf und wenn dann mal Boarding ist, sich auch noch in einen Billigbomber quetschen. Hinter einem die lautstark angetrunkene Freundesrunde, davor die Familie mit drei Kindern, deren Erziehungsmethode wohl „keine“ ist und daneben das Pensionistenpaar, dem nichts passt. Dann raus aus dem Flieger, rein in das Gedrängel am Gepäckband, Warten am Serviceschalter, weil der Koffer verloren ging, Transfer mit allen anderen mittlerweile schwer genervten Urlauberinnen und Urlauber zum Hotel. Jetlag. Sonnenbrand. Durchfall. Wie schön!
Und das gleiche nach zwei Wochen wieder retour. Wo er dann aber eh schon wieder sehnsüchtig auf einen wartet, der Alltag! In den man dann gestresst von der Rückreise endlich wieder starten kann. Erholung? War da was?
Ich tu mir das nicht mehr an. Klar, von mir gibt’s dann zwar keine fancy Strandidylle in den sozialen Medien zu sehen – von mir gibt’s dafür dann Bilder von hübschen Radieschen, Häuselschnecken und Prosecco im Hühnergarten.
Urlaubsidylle daheim. Das schont nicht nur das Klima, sondern auch meine Nerven.
Erschienen in den Oberösterreichischen Nachrichten

Das gilt doch sowohl Sommer, wie auch im Winter. Der einzige Unterschied ist das Gepäck – im Sommer ist es der Bikini, im Winter die Skistiefel. Dann doch lieber vor dem Holzofen sitzen und im Winter die schöne Wärme geniessen und im Sommer hat man den Garten, der einen Arbeit, aber auch Freude bereitet.
Das stimmt natürlich, im Winter ist es auch nicht besser, da steht man halt dann im Stau. 😄