Wenn es jetzt im Herbst wieder kalt wird draußen, es regnet und ich wieder mehr Zeit zum Kochen habe, mach ich manchmal auch aufwändigere Sachen. Gnocchi zum Beispiel. Und weil der Kürbis heuer wächst wie verrückt auch gerne mal in der Sorte Kürbisgnocchi. Das Rezept ist nicht schwer, die Kürbisgnocchi formen kann aber durchaus ein bissal mühsamer werden, vor allem wenn man’s nicht regelmäßig macht, so wie ich. Das Ergebnis ist allerdings jede Mühe wert!
Bei mir sind heuer im Garten jede Menge Kürbisse was geworden – sonst ist das eh immer ein bissal ein Kampf mit den Schnecken, wer schneller ist. Meistens sie. Heuer hatte ich aber tatkräftige Unterstützung von bestimmt 3-4.000 Stare, die bis in den Juni hinein bei mir in den Fichten übernachtet haben. Diese Kollegen haben offenbar so viele Schnecken vertilgt, dass nicht nur die absichtlich gepflanzten Kürbisse was geworden sind, sondern auch noch jede Menge wild aufgegangen sind.

Gut zu wissen!
ACHTUNG:
Bei wild aufgegangenen Kürbissen musst du aufpassen und ein kleines Stück davon probieren, bevor du sie in der Küche verwendest. Kürbissgewächse kreuzen sich nämlich gerne untereinander und es kann sein, dass dein Kürbis dabei giftig wird. Übelkeit, Erbrechen und Darmprobleme können die Folge sein! Und ab und an kann man auch daran sterben. Auch wenn du Samen von gekauften Kürbissen am Kompost ausbringst, kann es sein, dass eine giftige Ursorte durchschlägt.
Gut, dass das Gift in den Kürbissen (die s.g. Cucurbitacine) sehr bitter schmeckt, so kannst du leicht erkennen, ob ein Kürbis genießbar ist. Also immer probieren und wenn der Kürbis bitter schmeckt: das Stück ausspucken und ihn und die ganze restliche Pflanze entsorgen.
Das gilt übrigens auch für alle anderen Kürbisgewächse wie: Zucchini, Gurken und Melonen. Insbesondere wenn du (oder dein Nachbar) Zierkürbisse anpflanzt. Bei zertifizierten, gekauften Samen besteht diese Gefahr übrigens (fast) nicht. Ganz ausschließen kann man es aber auch da nicht.

Aber zurück zu erfreulicherem, was man mit Kürbis machen kann: Kürbisgnocchi zum Beispiel. Das Rezept kommt gleich und ist auch perfekt, wenn du jetzt noch ein paar Paradeiser über hast, die kannst du bei meinen Kürbisgnocchi nämlich prima verwenden. Sommer trifft Herbst also!
Was sind eigentlich Gnocchi genau?
Gnocchi sind kleine, weiche Knödel aus Italien. Sie werden traditionell aus Kartoffeln, Mehl und Ei hergestellt und oft mit Sauce gegessen werden. Der Name „Gnocchi“ leitet sich wahrscheinlich vom italienischen Wort „nocchio“ ab, das „Holzknoten“ bedeutet, oder vom lombardischen Wort „knohha“, was „Knoten“ oder „Knödel“ bedeutet. Ein wenig erinnert mich das ja an das Innviertler Wort für Knödel: Gnon.
Beide italienischen Begriffe beziehen sich auf die charakteristische Form der Gnocchi, die oft durch Rillen oder Rillenmuster geprägt ist. Diese Rillen sind wichtig, weil sie dazu beitragen, dass die Sauce besser haftet, wodurch jedes Stück geschmackvoller wird.


Mein Rezept für Kürbisgnocchi
Kürbisgnocchi
Zutaten
für die Kürbisgnocchi
- 1 mittlerer Kürbis am Besten Hokkaido oder Butternuss
- Mehl ca 1 Kaffeetasse voll, hängt vom Kürbis ab!
- 2-3 Stück Knoblauchzehen
- etwas Salz
für die Sauce
- 2-3 Zehen Knoblauch, gehackt
- Rosmarin, gehackt oder getrocknet
- 2-3 Handvoll Cherrytomaten oder geschnittene andere Paradeiser, gerne auch bunt!
- ev. Oregano
Anleitungen
Kürbisgnocchi
- Den Ofen auf ca. 200 Grad vorheizen (Heißluft 180°C)Den Kürbis halbieren und die Kerne entfernen. Dann grob in gleich große Stücke zerteilen. In eine große Auflaufform geben und den Knoblauch und etwas Öl hinzufügen. Salzen und gut miteinander vermischen. Die Auflaufform in den Ofen geben und so lange braten lassen, bis der Kürbis weich ist. Aus dem Ofen nehmen und lauwarm werden lassen.
- Den Kürbis in eine große Schüssel geben und mit einem Kartoffelstampfer o.ä. zerstampfen.
- Soviel Mehl nach und nach hinzufügen und verkneten, bis der Teig nicht mehr an den Fingern klebt, aber in sich hält. Je nach Kürbisart kann das mehr oder weniger Mehl sein.
- Aus dem Teig eine (bzw. mehrere) Rollen mit ca. 1-2cm Durchmesser formen und davon ca. 2-3cm lange Stücke abschneiden. In diese Stücke mit einer Gabel die charakteristischen Rillen einarbeiten (benötigt etwas Übung) und die Kürbisgnocchi auf einem Brett sammeln.
- Salzwasser zum Kochen bringen und die Kürbisgnocchi darin solange kochen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen, dann sind sie gar.





2 Kommentare zu „Meine Kürbisgnocchi: Sommer trifft Herbst“