Original Innviertler Bratl in da Rein

Das vielleicht typischste aller Innviertler Gerichte (neben den Surspeckknödeln) ist wahrscheinlich der Schweinsbraten – oder bei uns “Bratl a da Rein” genannt. Manchmal mit, bei uns daheim aber immer ohne “Stöckikraut” und am besten in einem alten Holzofen gemacht – genau so und kein bisschen anders schmeckt das Innviertel!

Die Zutaten

für 8-10 Personen nehme ich…

Für den Braten an sich…

  • 2,5 Kilo Surschopf
  • 1/2 Kilo Surbauch
  • 1-2 Kilo Erdäpfel festkochend
  • Kümmel

Für die Zuspeisen…

Zutaten für den Radi

  • 1-2 Kilo schwarzer Radi
  • Salz
  • Mostessig
  • Pfeffer
  • Kümmel

Zutaten für die Semmelknödel

  • 1 Kilo Knödelbrot aus Weißbrot und rindenlosem Schwarzbrot
  • 1-2 Eier
  • 1 handvoll Petersilie
  • 1 große Zwiebel
  • ca. 1 Liter Milch
  • Salz
  • Pfeffer
  • Muskatnuss
  • Mehl

Zutaten für den warmen Krautsalat

  • 20 dag Hamburger Speck
  • 1 kindskopfgroßer Krautkopf
  • ein Schuss Essig
  • 3-4 Lorbeerblätter
  • ca. 10 Wacholderbeeren
  • Kümmel

Zutaten fürs Epfikoch

  • 2-3 Äpfel
  • einige Nelken

Die Zubereitung des Original Innviertler Bratls

Für alle Trawigen – die Videoanleitung…

Hier könnt Ihr mir beim Bratl-Machen zusehen. Und es dauert nur 3:07 Minuten 🙂

Zuerst muss der Herd – am Besten ein Holzofen – angeheizt werden. Im Falle des Holzofens bereits ca. 1 Stunde bevor man zu kochen beginnen möchte, im Falle eines Elektro Ofens dementsprechend später. Generell erfordert das Kochen mit einem Holzofen etwas Übung und viel Geduld, es geht alles immer etwas langsamer und man muss viel vorausschauender kochen als am Elektro oder Gasherd. Mir macht das großen Spaß!

Das Fleisch

Das Fleisch wird in einer Pfanne rundherum scharf angebraten und kommt dann in einen gefetteten Bräter – “d’ Rein” – und in den Ofen.

Alle halbe Stunde wird das Fleisch mit Wasser übergossen.

Pro Kilo rechnet man ca. mit einer Stunde Garzeit, die Temperatur im Holzofen immer eher auf der niedrigeren Seite halten – im Elektro-Ofen ca. bei 160-180 Grad.

Papa Mosauerin’s Geheimnis für eine knackige Kruste:

Der Surbauch kommt zuerst mit der Schwarte nach unten in die Rein, wird nach einer Stunde gewendet und dann NICHT mehr übergossen, das restliche Fleisch wird weiter ca. alle halben Stunden mit kaltem Wasser übergossen. Das hat auch den schönen Effekt, dass es ziemlich bald im ganzen Haus nach der Köstlichkeit duftet.

Der schwarze Radi

Den schwarzen Radi schälen und mit der Küchenmaschine klein hacheln (z.B. mit derTrommelraffel). Wer besonders motiviert ist, oder ein Kucherl (=Küchenhelfer/in) hat, macht’s mit der Hand.

Gut einsalzen und kühl stellen – am Besten in die Speis oder noch besser in die frische Luft, denn es stinkt schon ziemlich!

Kurz vor dem Servieren das Wasser ausdrücken und mit Mostessig, Salz, Pfeffer und Kümmel abschmecken.

Gut zu wissen: Das Einsalzen entzieht dem Radi die Bitterstoffe

Die Semmelknödel

Pro Person 2-3 Semmelknödel herstellen, wenn’s mehr werden macht’s auch nix, dann wird entweder eingefroren, Knödel mit Ei draus gemacht oder sie kommen in die Lunchpakete (Beim Bratl muss immer was über bleiben) dazu.

So geht das:

Die Zwiebel schälen und kleinwürfelig schneiden, die Petersilie kleinschneiden.

In einer Pfanne den Zwiebel in etwas Öl goldgelb anrösten und die Petersilie dazugeben.

Die Milch dazugeben, mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat würzen und das ganze leicht erwärmen lassen.

1-2 Eier in die Mich einsprudeln und alles über das Knödelbrot geben.

mindestens 1/2 Stunde rasten lassen und gut mit den Händen durchmischen.

2 Esslöffel Mehl in die Masse rühren

Konsistenz mit Milch und Mehl anpassen, es soll ein geschmeidiger nicht zu nasser, nicht zu trockener Teig werden.

Einen kleinen Probeknödel formen und ihn testweise kochen. Zerfällt er, muss noch Mehl hinzugefügt werden.

Passt die Konsistenz und Bindung Knödel mit feuchten Händen abformen und auf ein Brett legen.

30 Minuten vor Servierzeit die Knödel in leicht siedendes, nicht kochendes Wasser einlegen und 25 -30 Minuten ziehen lassen.

Wer bereits eingefrorene Knödel verwendet: die Knödel direkt aus der Tiefkühltruhe nehmen und 40 Minuten im nicht kochenden Wasser ziehen lassen.

Der Warme Krautsalat

Das Kraut nudelig schneiden und in einem Topf mit Wasser, einem Schuss Essig, 3-4 Lorbeerblätter, Kümmel, Wacholderbeeren, Salz und Pfeffer zustellen. Vor sich hin kochen lassen bis das Kraut weich ist. Dann warm stellen.

Mosauerins Tipp: Am Holzofen stelle ich das Kraut immer gleich als erstes am Rand auf und lasse es vor sich hin köcheln. Am Elektro/Gasherd muss man das natürlich nicht tun.

Den Speck klein würfelig schneiden. In einer Pfanne anbraten und beiseite stellen.

Kurz vor dem Servieren den Speck zum Kraut geben und alles gut durchmischen. Eventuell mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Erdäpfel (kommen zum Fleisch dazu) & das Epfikoch

Erdäpfel schälen und ungefähr in die Größe wie am Bild bringen und eine Stunde bevor das Fleisch fertig wird zum Fleisch geben, mit Kümmel bestreuen und ab und an wenden.

Hinweis: Es können niemals zu viele Erdäpfel sein!

Für das Epfikoch 1-2 Äpfel in etwas Wasser weichdünsten – also quasi ein Apfelkompott herstellen.

Ja und das war’s jetzt eigentlich schon fast, wenn es dem Foto ähnelt, können sich schon mal alle zum Tisch “zuwi” setzen und es kann servierte werden.

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Das ganze Gericht hat pro Person ca. 62.178 kcal, ist aber jede einzelne davon wert 😀

An Guaden wünscht
d’Mosauerin und de Sein

8 Kommentare zu „Original Innviertler Bratl in da Rein

  1. Ohhhh, so lecker! So a Schweinsbraterl is scho was Feines! Muss ich auch mal wieder machen … Und ich beneide dich um deinen Herd, sowas wollte ich auch schon immer haben! Aber wenn alles gut geht, bekomme ich im Laufe dieses Jahres auch so einen Holzofen in meiner Küche! *freu*

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