Lamento a la Mosauerin oder: wenn Du einen alten Bauernhof hast, brauchst Du Dir keine Sorgen mehr um Zinsen machen, denn Du butterst eh alles direkt in Deinen Hof

Alte Häuser sind ja ein Mords Spaß. Früher oder später möchtest Du einfach jemanden töten. Unseres ist da keine Ausnahme. Was als kleines 3 Tages Projekt „2 Heizkörper in der Stubn dazubauen, damit die Wärme gleichmäßiger verteilt wird“ begann, artet langsam aber sicher in das Projekt „wir bauen das komplette Erdgeschoß um und der Keller gehört auch noch gemacht“ aus. Aber der Reihe nach…

Es wär so fein gewesen. Der ursprüngliche Plan war:
1) Tischler baut Eckbank aus, macht ein paar Schlitze rein, baut Kastl ab und kürzt es.
2) Installateur baut 2 Heizkörper ein.
3) Tischler baut Eckbank und Kastl wieder zuwi

 

2016_11_renovierung
Da Mosauerin ihr Stubn vor dem „Umbau“

 

Alles ausgemacht, Mosauerin nicht da, Schlüssel haben die Handwerker. Hoffentlich funktioniert alles. In 3 Tagen alles vorbei. Und geputzt.

Aber dann…

  1. Mosauerin räumt stundenlang ihren Kramuri aus der Stubn und demontiert sogar die Vorhänge
  2. Tischler baut Eckbank aus und baut Kastl aus.
  3. Tischler entdeckt feuchte Mauer hinter Kastl.
  4. Und darauf direkt Holz geschraubt, quasi bereits verrottet
  5. Tischler sagt, so geht das nicht. Baut den Rest auch noch ab
  6. Mosauerin organisiert Maler
  7. Maler malt aus und tut halt das was man mit feuchten Mauern so als Maler tut
  8. Zwei mal.
  9. Installateur kommt, will statt 3 Heizkörpern einzubauen noch 7 weitere montieren.
  10. War so aber nicht ausgemacht. Kommando zurück!
  11. Installateur baut alten Heizkörper aus einem Raum ab, in Stube ein, in anderen Raum wieder neuen ein. Natürlich ohne den zu reinigen.
  12. Warum? Weil er’s kann!
  13. Tischler baut jetzt auch noch großen Schank aus um Hinterlüftung zu überprüfen
  14. Maler malt immer noch aus
  15. Freude, wenigstens die Vorhänge hab ich vorher abmontiert!
  16. Tischler baut auch Verkleidung neben Kachelofen ab
  17. Verkleidung weggeschmissen wegen irreparabler Schäden
  18. Auch hier Feuchte ohne Ende hinter Verkleidung,  weil vollkommen unprofessionelle Arbeit vom damaligen Tischler
  19. Maler malt gleich bis zur Decke
  20. Und die Decke auch
  21. Tischler kann daher nicht am Freitag zammbauen sondern erst am Mittwoch drauf
  22. Wenn die Putzfrau vorher putzen kommt, was sie tut.
  23. Tischler soll aber eh noch in das Kastl Bretter reinmachen, also egal
  24. Brettel machen gestrichen wegen Abschneidung von oberen Teil des Kastens und Konstruktion eines Bücherregals anstatt des Aufsatzes
  25. Ofenbank weggeschmissen wegen irreparabler Schäden
  26. Entscheidung getroffen: Verkleidung kommt nicht mehr an Wand. Auch keine neue.
  27. Mosauerin muss umgehend Sof(a) einkaufen gehen, irgendwo will man ja auch sitzen in so einer Stubn
  28. Mosauerins Geschmack wählt absolut zielsicher das mit Abstand Teuerste im gesamten Laden
  29. Liefertermin Sofa mit viel Glück KW51
  30. Wunderbar, da kommt wenigstens noch das Weihnachtsgeld vorher
  31. Prophezeiung von Maler: die Flecken kommen wieder
  32. Großartig.
  33. Tischler baut Bank wieder zuwi
  34. Heizkörperventile sind nicht mehr erreichbar, müssen aber erreichbar sein, da jetzt Funksteuerung der Ventile
  35. Und Installateur hat nur 1 von 5 Heizkörpern an die Funkstation angebunden.
  36. Warum?
  37. Gute Frage!
  38. Jetzt heizt nur 1 Heizkörper im Zimmer
  39. Tischler muss wieder organisiert werden um Heizungszugriffschlitze zu vergrößern – warum der Installateur nicht mit dem Tischler redet?
  40. Gute Frage!
  41. Aber wenn wir schon dabei sind…
  42. Dann malen wir doch gleich das Büro auch aus
  43. Und das Schlafzimmer
  44. Und wenn  das so ist könnten wir doch eigentlich gleich die Küche machen
  45. Und im Keller muss auch noch der Putz runter…

aber das ist eine andere Geschichte…

Meine Freude ist so groß, dass sie vom Kummer Tränen borgt, sich zu entladen

Johann Christoph Friedrich von Schiller

Gut Holz-, Wasser- und Ziegelbruch!
Mosauerin

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8 Kommentare zu „Lamento a la Mosauerin oder: wenn Du einen alten Bauernhof hast, brauchst Du Dir keine Sorgen mehr um Zinsen machen, denn Du butterst eh alles direkt in Deinen Hof

Gib deinen ab

  1. Ach herrje, ja, das ist wie zuhause. Die Bilder sind grausam, aber letztlich ist diese tolle große Stube (und das restliche Gemäuer) den Aufwand wirklich wert.
    Was das Geld angeht hast du völlig recht, Zinsen gibt dir eh keiner. Ich habe mittlerweile die Weisheit entwickelt: Hauptsache immer eine Handbreit Klimpergeld im Portemonnaie. Denn egal wieviel nachkommt, es geht eh direkt wieder in den Bau und verpufft dort.
    LG Oli

    Gefällt 1 Person

  2. Oh Mann, oh Mann! Das kommt mir doch alles sehr bekannt vor! Der Altbau unseres Hauses ist rund 250 Jahre alt. In einem Zimmer wollten wir ausmalen und einen neuen Fußboden verlegen. Ende der Geschichte: Komplette Wände abgeschlagen, Wände trocken gelegt, alles neu verputzt, Estrich neu gemacht, danach erst ausgemalt und Fußboden verlegt … Aber so ist das mit einem alten Haus: kaum bist rundherum, fängst du von vorne an! Ich möchte es trotzdem nicht missen, ich liebe meine alten Gemäuer!
    Ich wünsch dir gute Nerven, du hast es (hoffentlich) bald geschafft! 😉
    Liebe Grüße, Doris

    Gefällt 2 Personen

  3. „Handwerk hat goldenen Boden“ ist Tatsache. Ich habe aus ähnlichem gelernt und mir damals meine eigene Weisheit gebastelt: „Wer Handwerker nicht stündlich kontrolliert, sein Geld und die Nerven verliert.“
    Drücke dir die Daumen dass der Rest locker und gut über die Bühne geht. LG, Bernhard

    Gefällt 1 Person

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